English translation


"Wenn das Wasser kommt...
Tod am Meer"

Projekt: (23)



Das Projektthema "Leben am Meer" schließt einen Themenkreis stillschweigend mit ein: die Frage von Sterben und Tod am Meer. Die Küstenbewohner haben in Jahrhunderten lernen müssen, mit der Präsenz und der Gefahr der Naturgewalt des Wassers zu leben und sich mit dem Tod auseinanderzusetzen. Vier Aspekte dieser Erfahrungen speziell im ostfriesischen Raum haben SchülerInnen der Jahrgangsstufen 11 und 12 im Schuljahr 1998/99 im Religionsunterricht erarbeitet:
- einen Schwerpunkt bildete die Auseinandersetzung mit der Entstehungsgeschichte und der Bedeutung der in unserer Region vorkommenden Drinkeldodenkarkhöfe, Friedhöfe der Heimatlosen, auf denen nicht nur Strandleichen in ungeweihter Erde begraben wurden;
- des Weiteren wurde die besondere Gestaltung der Grabmäler in unserer Region untersucht. Die maritimen Motive, insbesondere die Schiffsmotive, die die Grabsteine verzieren, sagen auch heute noch vieles über das Leben, die Hoffnungen und den Glauben der Bestatteten aus. In diesem Zusammenhang haben sich die KursteilnehmerInnen auch der Entwicklung dieser besonderen Bildhauerkunst gewidmet;
- zudem wurden die Votivschiffe in verschiedenen Kirchen zum Gegenstand unserer Untersuchungen gemacht. Besondere Ausführungen dieser Weihgaben wurden u.a. in Werdum, Berdum, auf Borkum und Wangerooge besichtigt, wobei deren jeweilige Geschichte im Mittelpunkt des Interesses stand;
- zum vierten beschäftigte die SchülerInnen die schwere Weihnachtssturmflut von 1717. Dabei standen neben dem historischen Hergang der Flutkatastrophe und ihren Auswirkungen auf die sozialen Verhältnisse besonders die religiösen Aspekte ihrer zeitgenössischen Deutung im Mittelpunkt der Untersuchung (Sturmflut als Strafgericht Gottes, Zeichen der Zeit, Frage nach der Macht des Teufels, hydrotheologische Deutung der Gezeiten u.a.m.).
In einem gesonderten Raum, von den Schülern "maritim" gestaltet, sollen die vier Themenkreise mit Hilfe unterschiedlicher Medien veranschaulicht werden: in einem stilisierten Fischerboot sehen die Besucher ein Endlosvideo, ein Videoclip gibt Aufschluß über den "Drinkeldodenkarkhoff", neben einem von den Schülern gefertigter Grabstein werden Texte, Bildmaterial und Landkarten sowie ein Modell der von der Flut betroffenen Landstriche die Arbeitsergebnisse dokumentieren.

Projektleiter: Wolfgang König, Anne Nagel
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