Strukturwandel und Modernisierungsprozesse in Ostfriesland


Projekt: (7)



Verschiedene Ursachen für Veränderungsprozesse in der Gesellschaft, welche im technologischökonomischen und im sozialen Bereich liegen, werden in diesem Kurs analysiert. In der Reaktion auf diese Veränderungen ergibt sich von umfassenden Modernisierungsversuchen einerseits bis hin zu ausgeprägten Stillstands- bzw. Rückzugspositionen andererseits ein weit gespanntes Untersuchungsfeld; letztlich überwiegt jedoch der Wunsch nach Bewältigung der neuen Situation.
Notwendiger Untersuchungsbereich in diesem projektorientierten Kurs ist die Wirtschaft in Ostfriesland . Das dazu benötigte Untersuchungsinstrumentarium wirtschaftlichen Basiswissens wird zu Beginn des Kurses vermittelt. Ein wichtiges Projektziel besteht in der Herstellung von Transparenz gegenüber dem komplexen Wirtschaftsgeschehen. Auch Fragen nach Handlungsspielräumen der Bürger und Gestaltungsmöglichkeiten der verantwortlichen Politiker innerhalb des vorgegebenen politischen und ökonomischen Rahmens sollen erörtert werden.
Untersucht werden, soweit möglich, Entwicklung und Perspektiven von Landwirtschaft, Fischereiwirtschaft und Schiffahrt . Herausgearbeitet werden soll u. a. der Strukturwandel im produzierenden landwirtschaftlichen Bereich, hervorgerufen durch Veränderungen von Marktbedingungen, Konsumverhalten, Betriebsbedingungen usw. Sichtbar sollen daraus resultierende Folgen werden, nämlich Industrialisierungsprozesse oder Suche nach schwer abschätzbaren Marktalternativen. Hofbesichtigungen, Zusammenarbeit mit Landwirtschaftsvereinen, Landjugend, Landvolk usw., Datengewinnung (Befragungen, eigene Erhebungen bei der Landwirtschaftskammer, dem Amt für Agrarsturktur), Exkursionen, Betriebsleiter-Befragungen können durchgeführt werden.
Ein weiterer Untersuchungsbereich ist der Produktionsstandort Ostfriesland .
Herausgearbeitet werden kann der Strukturwandel in diesem Sektor an den Beispielen der Werftenindustrie (z.B. Thyssen Emden, Meyer Papenburg), Automobilindustrie (VW Emden), Möbelindustrie (Jaso und Reuter in Esens) und der Niedergang der Büromaschinenindustrie (Olympia Wilhelmshaven, Norden, Leer) und Bekleidungsindustrie.
Am Beispiel der Entwicklung von wenigen kleinen Läden auf dem Land bis zu Verbrauchergroßmärkten läßt sich der Strukturwandel im aufstrebenden Bereich des Handels- und der Dienstleistungen anschaulich nachvollziehen. Gleiches gilt für das Handwerk und andere Dienstleistungsbereiche .
Besonders aber bietet sich der Tourismusbereich als Untersuchungsfeld an. Er ist Ostfrieslands wichtigster Wirtschaftsfaktor. Neben dem Küstentourismus wird der Fremdenverkehr auf den ostfriesischen Inseln mit einbezogen.
Ein wesentliches Untersuchungsfeld liegt in dem Bereich der Erwerbsmöglichkeiten (Arbeitsmarktanalyse). Die im Vergleich zu vielen anderen Gebieten der Bundesrepublik ausgeprägte Strukturschwäche der Region findet ihren Niederschlag in einer (z.T. nur saisonal) sehr hohen Arbeitslosigkeit mit allen bekannten sozialen und wirtschaftlichen Folgen.
Projektziel ist eine Dokumentation über vorhandene Lebens-, Bildungs- und Berufsmöglichkeiten.

Projektleiter: W. Kafurke
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